Dem Original nahe – Reely RE-5557401 Umbausatz „Inversion of control“

Realistisches Fahrverhalten könnt ihr bei eurem Reely Free Men ganz einfach und preisgünstig realisieren. Wir haben dafür den Umbausatz „Inversion of control“ uns für das Fahrzeug organisiert und bauten diesen ins Fahrzeug ein. Wir zeigen euch, wie dies geht und innerhalb von ein bis zwei Stunden umgesetzt werden kann.


Unser Titelbild

Zuerst der Hintergrund für den Umbausatz. Wir haben dazu auch ein Vorher / Nachher Video gemacht, damit ihr dies auch Bildlich nachvollziehen könnt, war dieser Umbausatz durchaus seinen Sinn hat.

Was passiert eigentlich. Wenn ihr euren Reely Free Men in Bewegung setzt, dann „wippt“ das Fahrzeug beim Beschleunigen nach Links vorne runter und hinten recht hoch. Beim Rückwärtsfahren passiert das Gegenteil. Dies passiert bei den meisten Crawlern, also durchaus kein Phänomen was nur beim Free Men auftritt. Dies liegt daran, dass die Teleskopwellen vom Mittelantrieb in die gleiche Richtung drehen. Dafür gibt es Abhilfe für den Free Men von Reely mit dem RE-5557401 Umbausatz „Inversation of control“, welcher eine zusätzliche Getriebestufe beinhaltet. Diese sorgt dafür, dass die vordere Teleskopantriebswelle entgegengesetzt dreht zur Hinteren. Damit wird das „Wippen“ bzw. „seitliche Aufschaukeln“ verhindert, wodurch ein realisitisches Fahrbild entsteht und so das Fahrzeug beim Beschleunigen und Bremsmanövern der Vergangenheit an!


Den Free Men gibt es bei Conrad Electronic SE – Quelle: Conrad Electronic

Das Set besteht aus einem rot eloxiertem CNC-gefrästem Getriebegehäuse inclusive Getriebeteilen und den passenden Teilen zum Umbau. Der Umbau ist nötig, um die Drehrichtung der vorderen Teleskopwelle umzukehren. Dafür muss das komplette Getriebe mit dem Motor demontiert werden und gegen das aus Aluminium ausgetauscht werden. Dann geht es dem vorderen Achsgetriebe an den „Kragen“, um den spiralverzahnten Kegelradsatz auszutauschen (wegen der entgegengesetzten Verzahnung). Besser Kraftübertragung und durch die „geschwungene“ Verzahnung ist diese Variante zur Geradverzahnung spielfreier.


Der Umbausatz im Bild

Der Ausbau

Den Beginn macht der Ausbau des Mittelgetriebes mit dem Motor. Dazu werden die beiden Motorkabel vom Regler getrennt (Steckverbindung) und die vier Schrauben gelöst, um das Getriebe von der Skip-Platte zu demontieren. Die Antriebswellen zum vorderen und hinteren Achsgetriebe lösen sich gleich automatisch in diesem Arbeitsschritt.



Nun habe ich das Getriebe zerlegt, also die Getriebeabdeckung ab, den Slipper entfernt und das Getriebegehäuse zerlegt. Dieses wird nun nicht mehr benötigt, was nicht für die anderen Teile, wie Getriebeabdeckung, Motorhalteplatte und Getriebeteile gilt. Diese kommen am bzw. im Umbausatz erneut zu Einsatz. Hinzu kommen die Teile des Umbausatzes.


Zerlegt.
Aus zwei mach eins.

Aus zwei mach eins – So kann ich den Umbau des Getriebes beschreiben. Aus dem alten Getriebe werden die Slipperwelle mit den beiden Zahnrädern und der Starrachse plus ein paar Kugellagern im neuen Aluminium-Gehäuse eingesetzt. Die beiden Zahnräder aus dem Umbausatz werden nun jeweils auf der neuen Abtriebswelle und dem am der Starrachse freiwerdenden Abtrieb aufgeschoben. Ein Stift übernimmt die Aufgabe, das Drehmoment zu übertragen und diese neue Getriebestufe übernimmt die Umkehr der Drehrichtung, was ja Ziel des Umbaues ist. Hier ein paar Bilder zum Umbau des Getriebes mit einem Tipp zuvor.


Gut geschmiert, der gut fährt. Vergesst nicht die Getriebeteile, wie Zahnflanken gut zu fetten. Ich verwende das Dry-Fluid RC-Car und Gear Lube, womit der Staub und Dreck nicht angezogen wird. Es bleibt auch auf den Zahnflanken und „schmadert“ nicht im Getriebe umher. Wenn ihr eigene Erfahrungen mit diesem oder anderen Fett gemacht habt, gerne eine Info an uns. Man lernt nie aus: info@mikanews.de . Danke.



Nun erfolgt der Austausch der Slipperwelle und des Zwischenzahnrades aus dem vorhandenen Getriebegehäuse in das „Neue“.



Ging ja simple und die Teile passten auf Anhieb, wie nicht anders zu erwarten war.


Den Free Men gibt es bei Conrad Electronic SE – Quelle: Conrad Electronic


Weiter geht es an der Vorderachse mit dem Ausbau des Achsgehäuses, wobei es theoretisch reichen würden, den Getriebedeckel mit den vier Schrauben zu lösen und die Achsen auszubauen. Doch was soll`s, vier weitere Schrauben mehr und das Achsgehäuse liegt frei.


An dieses Achsgehäuse muss man nun ran. Am Besten komplett ausbauen.

Nachdem das Achsgehäuse freigelegt wurde, geht der Austausch der Getriebeteile (dem kleinen Kegelrad und dem großen Tellerrad) einfacher von der Hand. Bitte nicht vertauschen die neuen mit den alten Teilen, da die Verzahnung genau andersherum ist. Zum anderen beim Einbau beachten, dass das Tellerrad nun auf der anderen Seite wegen der Änderung der Drehrichtung montiert wird.


Einbaurichtung der Starrachse mit dem Tellerrad beachten, wenn ihr dieses aus dem Umbausatz montiert.

 


Hier ein paar Bilder dazu, aber zuvor ein Hinweis. Bei mir ging die Demontage des Outdrives nicht so einfach und das möchte ich euch nicht vorenthalten. Ihr könntet ja vor dem selben Problem stehen.



Bei mir ließ sich der Outdrive nach dem Deomantieren der Stiftschraube nicht von der Welle ziehen. Problem war zuviel Schraubensicherung auf dem Gewinde der Zahnflanken auf der Stiftschraube (Gewindestift), welche sich zwischen der Welle und dem Outdrive setzte. Dies hielt die Verbindung zwischen den beiden Teilen „bombenfest“. Etwas zuviel des „Gutem“. Da war guter Rat teuer, da Erwärmen keine echte Lösung war (wegen der Kunststoffhülse), dann ließ sich das Kegelrad im Achsgehäuse nicht richtig festhalten und die Verzahnung wollte ich nicht zerstören, also habe ich die Kunststoffbuchse um den Outdrive „zerstört“ und danach die Teleskopwelle vom Outdrive entfernt. Den Outdrive im Schraubstock eingespannt, mit dem Dorn und Hammer die Kegelradwelle aus dem Outdrive geschlagen. Puh, zwei Schläge und die Tat war vollbracht. IHR habt andere Lösungen, gerne eine Info an info@mikanews.de


Hier seht ihr die rote Schraubensicherung auf der Welle und im Outdrive nach dem Ausbau. Das „Klebte“ gut.
Fertig. Bei euch muss dies nicht der Fall sein. Ich wollte nur darauf hinweisen.

Beim Austausch des Tellerrades solltet ihr keine Probleme haben. Dies wird gegen das Originale 1:1 ausgetauscht an der Metallaufnahme der Starrachse. Mittels der Scheibe hinter dem einem Kugellager könnt ihr nun das Zahnflankenspiel zum neuen spiralförmigen Kegelrad (wurde wie beim Tellerrad wegen der Umkehr der Drehrichtung) einstellen. Ganz wichtig, das Tellerrad befindet sich nun links und nicht mehr wie zuvor auf der rechte Seite im Achsgehäuse. Das musste ich feststellen. Seht selbst in den Bauabschnitten nach Bildern bis zum fertigen Zusammenbau des Achsgehäuses im Fahrzeug.


Links alt und rechts die neue Version mit der umgekehrten Verzahnung

Fehlt zu guter Letzt der Einbau des neuen mittleren Getriebes auf der Skip-Platte. Die Aluminium-Teleskopmitnehmer in die Welle einsetzen, das Getriebe platzieren und mit den vier Schrauben befestigen. Erledigt und die Testfahrt kann beginnen. Also Akku rein und los. Sehr selbst den Unterschied im Video. Dies zeigt deutlich den Unterschied im Fahrverhalten, was nun realistischer aussieht.



Wenn die Sache mit dem Schraubensicherer auf der Welle gewesen wäre, so ein Umbau mit kleiner Schwierigkeit. Die Teile passten perfekt zusammen, keine Nacharbeit und für einen Preis von ca. 80,- € bekommt ihr ein besseres und ausgewogeneres Fahrbild, welches dem Original ähnlich ist. Aufschaukeln und Wippen war gestern.

Hier zum Produkt: –Zum Umbausatz–

Den Free Men gibt es bei Conrad Electronic SE – Quelle: Conrad Electronic

Handel: Conrad Electronic SE

Weitere Links

Double Boost Sound Simulator Pro von Reely

Erster Einblick – Der „Free Men Brushed” von Reely

Vaterra 1968 Ford F-100 Ascender – Im Test

Reifen auf Beadlock-Felgen von FASTRAX montieren

Details des Scaler DC-1 von Hobao im Test – Teil 1

#mikanews